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WAS SIND DIE NEBENWIRKUNGEN?




Die Strahlentherapie ist eine lokale Maßnahme, deren Wirkung sich in der Regel auf die Region des Bestrahlungsfeldes beschränkt. So entsteht beispielsweise Haarausfall nur bei Bestrahlung des Kopfes. Prinzipiell unterscheidet man akute Nebenwirkungen, d. h. solche, die bereits in den Wochen während der Strahlentherapie auftreten, von Spätreaktionen, die Monate bis Jahre nach der Therapie eintreten können. Beispiele für akute Nebenwirkungen sind Schleimhautentzündungen im Mund oder in der Speiseröhre bei Bestrahlung in der Kopf-Hals-Region, Übelkeit oder Durchfälle bei Bestrahlung im Bauchbereich oder Hautrötungen bei Bestrahlung der Brust. Beispiele für Spätreaktionen sind Hautverfärbungen oder Verhärtungen des Unterhautfettgewebes. Eine verbesserte Bestrahlungsplanung und -technik sowie kleinere und damit verträglichere Einzeldosen lassen heute solche Nebenwirkungen seltener werden. Dennoch muss ein gewisses Maß an unerwünschten Begleiteffekten gelegentlich in Kauf genommen werden, um eine Krebserkrankung effektiv zu bekämpfen. Im Einzelnen klärt der behandelnde Strahlentherapeut individuell über die jeweiligen möglichen Nebenwirkungen auf. Bösartige Tumoren sind aggressive Erkrankungen, die unbehandelt größte Probleme bereiten können, bis hin zum Tode. Eine effektive Bekämpfung solcher Erkrankungen ist in den letzten Jahren möglich geworden.


ES GILT DIE REGEL:

Je positiver die Einstellung zu möglichen Nebenwirkungen ist, um so weniger beeinträchtigend werden sie subjektiv empfunden. Eine optimistische Grundhaltung ist der beste Verbündete für Arzt und Patient im gemeinsamen Kampf gegen die Tumorerkrankung.

Aufklärung:
Über Notwendigkeit, Art und Technik sowie mögliche Nebenwirkungen wird in jedem Einzelfall individuell durch den behandelnden Strahlentherapeuten/Radioonkologen aufgeklärt.

Ernährung:
Eine spezielle Krebsdiät oder Diät für Strahlentherapie gibt es nicht! Empfehlenswert ist eine vitaminreiche Ernährung mit viel und häufig Obst und Gemüse sowie weit gehender Verzicht auf Alkohol, Nikotin, fette und blähende Speisen. Grundsätzlich sind mangelhafte Ernährung und starke Gewichtsabnahme ungünstige Prognosefaktoren.

Hautpflege:
Die individuelle Hautpflege hängt von der Art der Bestrahlung und behandelten Körperregion sowie individueller Faktoren ab und wird im Einzelfall vom behandelnden Arzt erläutert. Grundsätzlich sollten zusätzliche mechanische, toxische und thermische Reizungen (Reiben, Seife, Sonne, Kosmetika, Parfüm etc.) vermieden werden.

Immunsystem:
Komplexes System aus zellulären und nichtzellulären Vorgängen für die körpereigene Abwehr, das auch eine wichtige Rolle bei Tumorkrankheiten und deren Therapie spielt. Allerdings ist das System so vielschichtig und kompliziert mit Folge- und Wechselwirkungen vieler verschiedener Stoffe und Prozesse, dass immuntherapeutische Ansätze bisher weitgehend ohne Erfolg blieben.

Krebs durch Strahlung:
Das Risiko, durch die Strahlentherapie selbst einen sog. Zweittumor nach 10-30 Jahren zu entwickeln, liegt rechnerisch nur im Promillebereich und ist gegenüber dem Risiko des zu behandelnden Tumors sehr gering.

Lebensqualität:
Meist kann die Strahlentherapie (ohne kombinierte Chemotherapie) ambulant durchgeführt werden und ggf. mit unterstützenden Medikamenten können die Patienten alltäglichen Dingen nachgehen. Schwere körperliche Belastungen sollten aber in der Regel vermieden werden.

Medikamente:
Informieren Sie den behandelnden Arzt immer über alle eingenommenen Medikamente. Alle verordneten Medikamente sollten regelmäßig und nach Vorschrift eingenommen werden, da nur dann der Nutzen erfolgt, welcher mögliche Nebenwirkungen überwiegt.

Müdigkeit:
Je nach Art der Bestrahlung kann leichte Müdigkeit auftreten, die aber auch durch die Erkrankung selber als sog. Fatigue bestehen kann und durch Ernährung (s. o.), leichte Beschäftigung und ggf. Medikamente behandelt wird.

Nebenwirkungen:
Mögliche Nebenwirkungen hängen von Art und Region der Bestrahlung ab und werden individuell aufgeklärt. Grundsätzlich muss aber der Nutzen der Behandlung die möglichen Nebenwirkungen weit überwiegen.

Platzangst:
Die Bestrahlungsgeräte sind offen und die Räume groß und hell, sodass keine Platzangst entsteht. Durch Überwachung mit Kameras und Mikrofonen kann das Personal jederzeit reagieren.

Sexualität:
Bei Bestrahlungen im Beckenbereich kann eine Zeugungsunfähigkeit eintreten, aber die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr bleibt in der Regel erhalten.